eBook-Tipp: Der Herzenmacher - eBook Spion
eBook-Tipp Der Herzenmacher

eBook-Tipp: Der Herzenmacher

Die Kölner Kriminalpolizei um den Ermittler Lasse Brandt jagt einen gewissenlosen Mörder, der das Herz einer jungen Frau plastiniert hat, um es öffentlich auszustellen.

Als eine weitere Frau entführt wird, ist für Brandt klar: Wenn sie den Psychopathen nicht rasch stellen, wird schon sehr bald das Herz dieser jungen Frau als Plastinat ausgestellt werden.
Der Mörder kennt keine Skrupel und keine Gnade, eiskalt verfolgt er ein Ziel, dessen Tragweite die Kölner Polizei noch nicht überschauen kann.

Leseprobe

Die größte Gefahr lauert oft dort, wo wir sie am wenigsten erwarten. Das Böse schläft nie, aber was ist das Böse? Es gibt viele Antworten darauf, das Böse hat viele Gesichter und eine noch vielfältigere Symbolik. Was in unseren Kulturkreisen als böse empfunden wird, muss nicht automatisch für andere Kulturkreise gelten.
Die Worte ihres Professors begleiteten sie aus dem Traum in die Wirklichkeit. Nur langsam kam sie zu sich, ihr Schädel brummte. Sie wusste, woher das kam.
Die Party am vergangenen Abend.
Du solltest weniger Alkohol trinken, ermahnte sie sich. Und auch nicht koksen und keine Pillen mehr.
Sie wälzte sich auf die andere Seite, in ihrem Kopf drehte sich alles und sie wagte es nicht, die Augen zu öffnen, denn sie fürchtete, dass der Schwindel dann noch stärker werden würde. Übelkeit stieg in ihr auf, aber sie übergab sich nicht. Sie war furchtbar müde und schlief gleich wieder ein. Wie zuvor träumte sie von ihrem Professor, von der letzten Vorlesung, in der er über das Böse in der Literatur gesprochen hatte und darüber, wie sich die Definition des Bösen in den letzten Jahrhunderten geändert hatte, weil sich die Gesellschaft veränderte.
Irgendwann wachte sie auf, noch immer summte ihr Schädel und sie schwor sich, nie wieder Alkohol zu trinken oder Drogen zu nehmen.
Dass dieser Vorsatz nur eine Momentaufnahme war, war ihr bewusst. Sie war jung, sie war Studentin und sie liebte das Leben. Da gehörten Alkohol oder Drogen einfach dazu. Um das einzuschränken, würde reichlich Zeit bleiben, jetzt wollte sie Spaß haben, schließlich würde der Ernst des Lebens sie lange genug begleiten.
Mit dreißig werde ich das alles hinter mir lassen, dachte sie. Gerne hätte sie sich noch einmal umgedreht, aber sie wagte es nicht aus Angst, der Schwindel würde sie wieder überkommen.
Plötzlich wurde ihr kalt und sie wollte sich die Decke übers Gesicht ziehen, doch etwas war anders als sonst. Erst jetzt bemerkte sie, dass sie keine Decke hatte.
War sie heruntergefallen? Instinktiv wanderte ihre Hand nach rechts in der Hoffnung, die Decke am anderen Ende des Bettes zu finden, aber da war nichts. Sie tastete auch die andere Seite der Matratze ab. Nichts!
Habe ich ohne Bettdecke geschlafen?, fragte sie sich und erinnerte sich an die Nacht nach einer anderen Party, als sie in ihrem Zimmer auf dem Fußboden eingeschlafen war und das erst bemerkt hatte, als sie wach geworden war.
So betrunken war ich doch gar nicht, oder?
Doch, warst du! Du hast dich wieder voll abgeschossen, Halbgas kannst du einfach nicht feiern, gab sie sich selbst die ernüchternde Antwort.
Ganz langsam öffnete sie die Augen, denn ihre Blase machte sich allmählich bemerkbar. Im Zimmer war es stockfinster, was sicherlich daran lag, dass sie die Jalousien heruntergezogen hatte.
Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. Sie hatte es zwar geschafft, die Jalousien herunterzulassen, aber ihre Bettdecke hatte sie vermutlich auf den Boden fallen lassen. So kannte sie sich. Miss Tollpatschig.

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