eBook-Tipp: Der Würger - eBook Spion
eBook-Tipp Der Würger

eBook-Tipp: Der Würger

»Ich bin das Ergebnis deines Hasses …«

Noch ahnt Natalie nicht, dass sie ihrem Mörder in die Augen schaut, als sie abends mit dem Bus nach Hause fahren will. Doch kurze Zeit später wird sie von einem Mann auf brutale Weise erwürgt.

Die Kommissare Nele Blum und Tom Hardt jagen den skrupellosen Mörder. Als weitere Morde geschehen, die auf den Würger schließen lassen, wird der Druck immer größer, da sie dem Täter keinen Schritt näher kommen.
Die ermordeten Frauen stehen in keiner Verbindung zueinander, fast scheint es, dass der Würger seine Opfer zufällig auswählt. Nur eins haben sie gemeinsam: Sie sind jung und zierlich.

Leseprobe

Für sie bin ich sicher wieder Luft, dachte er, als er die Küche betrat, um sich einen Kaffee zu holen. Sie war auch gerade dort und griff nach einem Becher, ohne ihn zu fragen, ob er auch einen wolle, dabei hatte sie ihn sicher bemerkt.
Leichte Verärgerung keimte in ihm auf. Ohne etwas zu sagen, nahm er sich ebenfalls einen Becher und schaute verlegen zu, wie sie sich Kaffee einschenkte.
»Du kannst«, sagte sie dann und verließ den kleinen Raum. Sein Herz raste, seine Hände wurden feucht und seine Kehle trocken, während er seinen Becher mit Kaffee füllte. Sie hatte mit ihm gesprochen!
Sie ist freundlich, weil ihr Kollegen seid, ermahnte er sich sofort, nicht zu viel in diesen kurzen Satz hineinzuinterpretieren.
»Hast du den Kaffee gemacht?«, wurde er da ruppig aus seinen Gedanken gerissen.
»Nein«, antwortete er gereizt und warf seinem Kollegen einen Blick zu.
»Gut, dann kann man ihn ja trinken. Diese Plörre letztens ging gar nicht. Das war kein Kaffee, das war purer Matsch.« Jochen schüttelte den Kopf und drängte ihn wie nebenbei zur Seite, während er sich einen Becher nahm, um ihn zu füllen.
»Pass doch auf«, blaffte er diesen überheblichen Schönling an.
»Leicht gereizt, der Kollege? Achte auf deine Wortwahl, du Freak.« Jochen machte einen Schritt auf ihn zu und sah ihn drohend an, dann verließ er die Küche. »So ein Trottel«, hörte er ihn noch sagen.
Er schnaufte und nahm einen großen Schluck Kaffee. Am liebsten wäre er rausgerannt und hätte diesem eingebildeten Idioten die Faust zwischen die Zähne geschoben. Doch stattdessen schluckte er seine Wut herunter, auch wenn es ihm unendlich schwerfiel. Mit seinem Becher in der Hand trottete er zu seinem Arbeitsplatz und ließ sich auf seinen Stuhl sinken, dann setzte er die Kopfhörer auf und startete das Programm.
Sogleich klingelte es. Er nahm das Gespräch an. »Hallo, hier ist der Kundenservice von GoMobile. Wie kann ich dir helfen?«, fragte er so freundlich wie möglich, dabei kostete es ihn unendliche Mühe, seine schlechte Laune nicht herauszubrüllen. Er hasste seine Arbeit, aber er brauchte diesen Callcenter-Job.
»Endlich habe ich jemanden dran. Zwanzig Minuten, das kann doch nicht euer Ernst sein, ganz zu schweigen von dieser automatischen Ansage, durch die man sich durchkämpfen muss, bis man bei euch gelandet ist«, machte der Kunde seinem Ärger Luft. Seiner Stimme nach zu urteilen, konnte er höchstens zwanzig sein. Ein Blick auf den Bildschirm verriet ihm, dass er recht hatte. Der Anrufer hieß Max. Da er über die im System hinterlegte Mobilfunknummer anrief, konnte er sämtliche registrierten persönlichen Daten des Kunden einsehen.
»Hallo, Max, wie können wir dir behilflich sein?«, fragte er, noch immer bemüht, freundlich zu bleiben.
»Wie wohl, du Scherzkeks. Warum rufe ich wohl an? Mein blödes Handy geht nicht. Euer Netz taugt nichts.«
»Das ist sehr schade, dass du Empfangsschwierigkeiten hast, aber sicherlich weißt du, dass es nicht unser Netz ist. Wir sind nur ein Provider, der auf die Netze der großen Anbieter setzt. Ich sehe in deinen Vertragsunterlagen, dass dein Vertrag über das O2-Netz läuft. Bist du vielleicht gerade in einer ländlichen Region unterwegs?«
»Ja, bei meinen Eltern in Kraichtal. Trotzdem kann es doch nicht sein, dass ich kein Netz habe. Wir sind doch kein Dritte-Welt-Land. In der Bahn telefonieren geht auch nicht. Das ist doch reine Kundenverarsche.«

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