eBook-Tipp: Nachtsonne - Flucht ins Feuerland - eBook Spion
eBook-Tipp Nachtsonne

eBook-Tipp: Nachtsonne – Flucht ins Feuerland

DER FANTASTISCHE AUFTAKT EINER FLAMMENDEN DYSTOPIE!

Ein Leben unter der Erde. Für Nova bedeutet dies Alltag. Sie gehört zu den letzten Überlebenden unserer Welt. Doch das Schicksal hält mehr für sie bereit als ein Leben im HUB.

Unfreiwillig überschreitet sie die Grenzen ihrer Realität und wagt sich, gemeinsam mit ihren Freunden, auf unbekanntes Terrain. Dabei stößt sie nicht nur auf eine grauenvolle Wahrheit, sondern auch auf faszinierende, ja beinahe magische, Tatsachen und natürlich auf diesen einen Menschen, der ihr Leben verändern wird …

Leseprobe

»Raus damit! Ich sehe doch, dass du mir etwas sagen willst, also leg los. Du würdest nicht so verbissen gucken, wenn es nicht wichtig wäre.«
Wie immer hat er recht. Er liest es mir von meinem Gesicht ab, als hätte ich mir meine Gedanken fein säuberlich auf meiner Stirn notiert. Doch ich bin unsicher. Wenn ich es ihm erzähle, mache ich es damit zur Wahrheit. Noch ist es nur in meinem Kopf. Niemand muss es erfahren. Ich könnte einfach versuchen, es zu vergessen.
»Du wirst mich nicht ernst nehmen. Es macht also keinen Sinn, dir davon zu erzählen.«
»Woher willst du das wissen? Vielleicht überrasche ich dich ja? Nun komm schon! Mach es nicht so spannend.«
Nervös fahre ich mir mit den Fingern durch das Haar. Es ist sowieso zu spät. Er wird nicht lockerlassen, das ist mir längst klar.
»Also schön«, beginne ich und schaue mich vorsichtshalber um. Außer Jakob soll es niemand hören. »Du erinnerst dich an Marzellus?«
»Den Techniker-Typen von Level 25?«
»Genau der.«
»Mein Gott, Nova! Bitte sag mir jetzt nicht, dass du an dem was findest. Der Kerl ist mindestens zwanzig Jahre älter als du!«
Ich platziere einen gezielten Hieb auf seiner Schulter. Von außen betrachtet muss unsere Unterhaltung nach Spaß aussehen, doch ich möchte nicht in diese Richtung abdriften. Was ich zu sagen habe, ist mir wichtig. Mehr als das. Es ist erschreckend, jedoch gleichzeitig faszinierend. Es hat mich völlig in seinen Bann gezogen.
»Sei still! Darum geht es mir nicht. Es hat nichts mit derlei Dingen zu tun. Außerdem ist er nur fünf Jahre älter als wir! Jetzt halt die Klappe und hör mir endlich zu!«
»Ist ja gut. Ich bin ganz Ohr.«
»Marzellus hat mir etwas erzählt. Ich glaube, er wollte es mir schon seit längerer Zeit sagen. Ich bin nicht sicher, aber er hat sich ziemlich schwer damit getan.«
»Sicher nicht halb so schwer wie du gerade.«
»Nein, du verstehst das nicht. Er weiß etwas. Etwas von dem wir uns keine Vorstellung machen können. Es ist der absolute Wahnsinn. Ich kann es selbst noch nicht richtig begreifen.«
»Dann teile dein Wissen mit mir. Vielleicht ist mein sagenhafter Verstand in der Lage, es zu erfassen.«
Mein Geduldsfaden ist zum Zerreißen gespannt. Wieso muss Jakob immer alles ins Lächerliche ziehen? Ich beuge mich ein Stückchen näher an meinen Freund heran und spreche nun deutlich leiser als zuvor.
»Er ist sich sicher, dass es noch andere Orte wie diesen hier gibt. Verstehst du, was ich meine? Andere Menschen wie uns.«
Einen Moment lang schaut Jakob mich verdutzt an. Dann verzieht sich sein Gesicht zu einem unsicheren Grinsen. Er zweifelt an meinem Verstand. Ich kann es sehen.
»Ich meine es ernst, Jakob! Kein Scherz! Er hat vor einigen Wochen ein Gespräch belauscht, als er einen Lüftungsschacht gewartet hat. Er sagt, er weiß nicht, wer die Personen waren, die dort geredet haben, aber er konnte jedes Wort verstehen.«
»Nova. Ich bitte dich. Der Typ will dich doch nur beeindrucken. So einen Schwachsinn habe ich ja noch nie gehört! Andererseits ist es mal etwas Neues. Darauf muss man erst einmal kommen! Ich werd verrückt. So ein Idiot! Und du fällst auch noch darauf herein!«
»Jakob …«
»Nein, jetzt echt mal. Das ist doch nicht dein Ernst? Du schleppst mich hierher und willst mir weismachen, dass Marzellus, dessen Sicherheitsstufe höchstwahrscheinlich sogar noch unter unserer liegt, Kenntnis über andere Überlebende draußen im Feuerland hat? Das kannst du jetzt echt nicht von mir verlangen.«
»Sei still! Jeder kann dich hören. Lass mich doch einfach weitererzählen.«
»Wer soll mich denn hören? Meine Güte, du klingst total paranoid. Eines steht fest. Du gehst fürs Erste nicht mehr zu diesem Freak. Lass uns abhauen. Ich habe noch zwanzig Minuten Pause und ich hätte gerne noch was gegessen, wenn’s recht ist.«
»Jakob …«
»Nichts da, Jakob! Schluss jetzt!«

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